
Batteriespeicher: Vom Referenzprojekt zur nächsten Ausbaustufe
Die Energiewende ist in ihrer zweiten Phase angekommen: Während der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht hat, wird nun immer deutlicher, dass ein Energiesystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Stromerzeugung ohne Speicher nicht zuverlässig funktionieren kann. Batteriespeicher übernehmen dabei eine zentrale Rolle – technisch wie wirtschaftlich. Denn sie stellen Strom genau dann bereit, wenn er gebraucht wird: bei hoher Nachfrage und knapper Einspeisung aus Sonne und Wind.
Eine Steigerung des Strombedarfs wird erwartet – getrieben durch Elektrifizierung in der Wärmeversorgung (Wärmepumpen), in der Mobilität (E-Autos) und durch Digitalisierung (Rechenzentren). Gleichzeitig sorgt die Volatilität erneuerbarer Einspeisung für starke Preisschwankungen an den Strommärkten – ein Umfeld, in dem Batteriespeicher ihre Flexibilität als wertschöpfende Infrastruktur besonders gut ausspielen können.
Marktchance: Speicher als Schlüsseltechnologie – und als Investmentmöglichkeit
Die Marktdynamik ist eindeutig: Die Bundesnetzagentur sieht bis 2035 einen Bedarf an zusätzlichen steuerbaren Kapazitäten von bis zu 35,5 GW, wobei Batteriespeicher entscheidend zur Flexibilisierung beitragen. Daraus ergibt sich – neben der technischen Notwendigkeit – eine historische Investmentchance.
Ein zusätzlicher Treiber ist die beeindruckende Lernkurve der Batterietechnologie: Lithium-Ionen-Batterien haben seit der Einführung in den 1990er Jahren massive Kostenreduktionen erfahren – vergleichbar mit der Entwicklung bei PV-Modulen erlebt. Dieser Trend hat sich weiter fortgesetzt, getrieben durch Skalierungseffekte aus der Elektromobilität.

Wie Batteriespeicher aufgebaut sind – und warum sie so gut skalieren
Großbatteriespeicher folgen einem modularen Aufbau, der in vielen Punkten an die Logik eines PV-Parks erinnert. Kernelemente sind Trafostation, Batterie-Wechselrichter (AC/DC-Umrichtung) und Batteriemodule, welche im Batteriecontainer bzw. Batterieschrank integriert sind und mit Steuerung, Kühlung und Sicherheitssystemen betrieben werden. Leistung und Kapazität eines Speichers lassen sich unabhängig voneinander dimensionieren.
Für die Projektentwicklung bedeutet das: Batteriespeicher lassen sich industriell vorfertigen, standardisiert ausrollen und an unterschiedlichen Standorten flexibel anpassen – eine wesentliche Voraussetzung für skalierbaren Ausbau.
Grünspeicher und Grauspeicher:
Zwei Betriebslogiken – ein gemeinsames Ziel
Im Bereich der Großspeicher unterscheidet man grundsätzlich zwischen Graustromspeichern und Grünstromspeichern.
Graustromspeicher: Maximale Handelsfreiheit am Netz
Graustromspeicher sind unabhängig von einer Erzeugungsanlage direkt am Netz angeschlossen und können Strom aus dem Netz beziehen und wieder rückspeisen. Damit sind sie in der Vermarktung besonders flexibel und können sowohl am Großhandelsmarkt Erlöse erzielen, als auch Systemdienstleistungen zur Netzstabilität erbringen. Wichtig ist: Diese freie Handelsmöglichkeit gilt insbesondere dann, wenn der Netzbetreiber einen uneingeschränkten Netzanschluss zur Verfügung stellt.
Grünstromspeicher: Wertschöpfung aus eigener PV – mit klarer Logik
Grünstromspeicher sind dagegen als Ergänzung zu einem PV-Park konzipiert. Sie werden ausschließlich mit vor Ort erzeugtem Grünstrom geladen und verschieben die Einspeisung bedarfsgerecht, um höhere Erlöse zu erzielen. In der Praxis heißt das: Statt PV-Strom zu Zeiten niedriger oder negativer Preise vollständig einzuspeisen, kann die Energie zwischengespeichert und in wirtschaftlich attraktivere Stunden verlagert werden.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Funktionsweise und Vermarktungslogik: Während Graustromspeicher über maximale Marktfreiheit profitieren, steht beim Grünstromspeicher die Optimierung der PV-Einspeisung und die effiziente Nutzung der Erzeugung im Mittelpunkt.
Referenz- und Entwicklungsprojekte: Batteriespeicher in der Praxis
Emmerke: Batteriespeicher als netzdienliche Flexibilitätslösung
Ein greifbares Beispiel für die Umsetzung ist das bereits realisierte WI Energy Speicherprojekt Emmerke. Dabei handelt es sich um einen Indoor-Graustromspeicher mit 3 MW Leistung und 6,7 MWh Kapazität.
Das Projekt nutzt industriell vorgefertigte Speicherschränke, die die wesentlichen Komponenten – Batteriemodule, Wechselrichter, Steuerung, Kühl- und Sicherheitssysteme – in einem modularen und redundanten Aufbau vereinen. Ziel ist eine hohe Verfügbarkeit im Betrieb. Die Anwendung umfasst Netzstabilität durch Regelleistung sowie die bessere Marktintegration erneuerbarer Energien durch Energiehandel.
Emmerke dient damit als belastbare Referenz für die technische Machbarkeit, die modulare Skalierbarkeit und die wirtschaftliche Einbindung eines Speichers in relevante Erlösströme.

Grünstromspeicher im PV-Park Treuenbrietzen
Ein besonders relevantes Projekt im Kontext der Grünspeicher ist die Nachrüstung eines bestehenden WI Energy PV-Parks in Treuenbrietzen. Dort wird ein PV-Park mit 6,4 MWp um einen Batteriespeicher mit 5 MW Leistung und 10 MWh Kapazität ergänzt.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich bestehende Erzeugungsinfrastruktur strategisch weiterentwickeln lässt: Der Speicher erweitert den bereits realisierten PV-Park im Nachhinein von einer reinen Erzeugungsanlage hin zu einem flexiblen Energiesystem, das Einspeisung zeitlich optimieren und zusätzliche Erlöspotenziale erschließen kann.
Bereits investierte Anleger erhalten zunächst ein Vorkaufsrecht; im Anschluss wird das Projekt auch für neue Investoren zur Beteiligung geöffnet.
Erlöslogik: Warum Batteriespeicher wirtschaftlich funktionieren
Batteriespeicher profitieren von volatilen Strompreisen und können parallel an verschiedenen Märkten teilnehmen. Eine kombinierte Vermarktung stabilisiert Einnahmen und diversifiziert Risiken.
Diese Optimierung erfolgt über sogenannte Flexvermarkter, die Cross-Market-Optimierung zwischen Großhandelsmärkten, Systemdienstleistungen und regionalem Nutzen ermöglichen.
Ein wesentlicher Erlöstreiber ist Arbitrage: Strom wird zu günstigen Zeiten bezogen bzw. bei PV-Speichern aufgenommen und zu teureren Zeiten verkauft. Besonders relevant sind dabei Preisdifferenzen innerhalb eines Tages – inklusive negativer Preise zur Mittagszeit, die durch hohe PV-Einspeisung auftreten können.
Direkte Einspeisung von EE ins Stromnetz

Quelle: BDEW, https://www.bdew.de/online-magazin-zweitausend50/groesse/batteriespeicher-energie-auf-abruf/
Erlöspotenzial und Investmentvorteile
Batteriespeicher sind wirtschaftlich attraktiv, weil sie die starken Schwankungen der Strompreise im Tagesverlauf nutzen können: Sie speichern Strom in günstigen Stunden und geben ihn in teureren Zeiten wieder ab (Arbitrage). Zusätzlich können Batteriespeicher parallel an mehreren Märkten eingesetzt werden – etwa im Stromhandel oder als Dienstleister für die Netzbeteiber zur Stabilisierung der Stromnetze – wodurch sich die Einnahmen breiter diversifizieren lassen. Die optimale Steuerung übernimmt dabei in der Regel ein spezialisierter Flexvermarkter, der laufend entscheidet, wann sich Laden oder Entladen am meisten lohnt. Grundsätzlich wird zwischen Grünstromspeichern (Ladung ausschließlich aus der PV-Erzeugung vor Ort) und Graustromspeichern (freier Strombezug und -verkauf über das Netz) unterschieden: Graustromspeicher sind dadurch meist flexibler, während Grünstromspeicher insbesondere dazu beitragen, die Einspeisung von PV-Strom wirtschaftlich zu optimieren. Die Erlöspotenziale werden projektspezifisch anhand anerkannter Modelle und Marktdaten berechnet und hängen unter anderem von Standort, Auslegung und Vermarktungsstrategie ab.
Darüberhinaus können je nach individueller Situation der Anleger steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden, um eine attraktive Rendite- und Steuerlogik zu unterstützen. Insbesondere IAB (§7g EStG) sowie die AfA-Sonderabschreibung können die Steuerlast frühzeitig senken und die Liquidität verbessern. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer erbschaftsteuerlichen Begünstigung von Betriebsvermögen. Welche steuerlichen Vorteile im Einzelfall tatsächlich genutzt werden können, hängt von der persönlichen Situation ab und sollte individuell geprüft werden.
Fazit: Batteriespeicher als skalierbares Infrastrukturinvestment
Batteriespeicher sind technologisch ausgereifte, versicherbare Produkte, die ohne staatliche Förderung wirtschaftlich betrieben werden können. „Sie sind essenziell für die Flexibilisierung eines erneuerbaren Energiesystems und eröffnen durch Cross-Market-Optimierung breit diversifizierte Erlösquellen.“ So Peter Hussinger, Senior Manager Corporate Projects / Energy Storage bei WI Energy.
Batteriespeicher profitieren von volatilen Strompreisen und können parallel an verschiedenen Märkten teilnehmen. Eine kombinierte Vermarktung stabilisiert Einnahmen und diversifiziert Risiken.
Diese Optimierung erfolgt über sogenannte Flexvermarkter, die Cross-Market-Optimierung zwischen Großhandelsmärkten, Systemdienstleistungen und regionalem Nutzen ermöglichen.
Genau daraus ergibt sich der nächste Schritt: Die gewonnenen Erfahrungen aus Entwicklung, Bau und Vermarktung bilden die Grundlage, Batteriespeicher als skalierbare Lösung in den den WI Energy Investmentangeboten – sowohl als Graustromspeicher mit maximaler Marktflexibilität als auch insbesondere als Grünstromspeicher, der PV-Assets aufwertet und die regionale Energiewende sichtbar unterstützt.

